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Glattgekugelt: Kann eine Langzeitbelichtung mit der Glaskugel gut aussehen?

Bestimmt habt ihr sie schon oft in Fotogruppen auf Facebook oder bei Instagram gesehen: diese absolut genialen Fotos, in denen das Wasser wunderbar glattgezogen ist, der Wasserfall wie aus einer magischen Welt aussieht oder die Wolkenzieher dem Foto eine einmalig phantastische Stimmung verleihen. Die Rede ist von der Langzeitbelichtung: diesem wahnsinnig spannenden Thema möchte ich mich in meinem zweiten fotografischen Jahr mit aller Hingabe widmen. Nachdem bereits meine ersten Versuche dank der tollen Erklärung von Benjamin Jaworskyj geglückt sind, wollte ich schnell mehr ausprobieren. Da die Glaskugelfotografie zu meinen größten Leidenschaften in der Fotografie gehört, habe ich mich gefragt, ob Langzeitbelichtungen mit der Glaskugel eine ebenso märchenhafte Stimmung erzeugen können. Ich lade euch ein, an meinem Experiment teilzunehmen und bin gespannt auf euer Urteil.


Was ist wichtig, um das Abenteuer Langzeitbelichtung mit der Glaskugel zu starten?


Was ist vor dem Start dieses Abenteuers wichtig? Es ist definitiv vorteilhaft, wenn du bereits erste Erfahrungen mit der Langzeitbelichtung gesammelt hast und z.B. zumindest mit dem Programm TV (Zeitvorwahl bei Canon) fotografierst, besser wäre der M-Modus. Darüber hinaus ist es sehr hilfreich, wenn du schon mit dem Liveview gearbeitet hast und erste Erkenntnisse im Umgang mit ihm gewinnen konntest. Er hilft dir schnell zu erkennen, ob ein Foto z.B. über- oder unterbelichtet ist bzw. du den richtigen Bildausschnitt gewählt hast. Unablässig für eine Langzeitbelichtung ist ein Stativ. Da wir die Langzeitbelichtung mit der Glaskugel ausprobieren wollen, ist der Besitz eines lensballs eine Grundvoraussetzung. Darüber hinaus benötigst du für Langzeitbelichtungen am Tage einen ND-Filter, hier gibt es eine sehr große Auswahl. Wenn du noch keinen hast und dir unsicher bist, für welchen Filter du dich entscheiden sollst, dann schau am besten in die Fotogruppe deines Vertrauens auf Facebook. Dort hat bestimmt schon mal jemand danach gefragt und du hast die Möglichkeit Erfahrungsberichte zu einzelnen Anbietern zu erhalten.


Langzeitbelichtungen mit der Glaskugel im Indoorbereich


Wenn das Wetter mal wieder nicht mitspielt und du dich trotzdem gern mit der Fotografie beschäftigen möchtest, ist z.B. eine Langzeitbelichtung mit der Glaskugel im Indoorbereich eine gute Alternative. Dabei handelt es sich, wie du schon richtig vermutet hast, um das sogenannte Lightpainting. Über mein allererstes Experiment in diese Richtung hatte ich hier bereits in meinem Blog berichtet, aber weil es so viel Spaß gemacht hat, habe ich es öfter und mit anderen Materialien ausprobiert. Beispielsweise kannst du mit einer Wunderkerze wirklich wunderschöne Ergebnisse erzielen. Selbstverständlich muss man beim ausprobieren sehr vorsichtig sein, nicht nur, damit du nicht aus Versehen ein Möbelstück anbrennst, sondern besonders mit dem lensball. Wenn du mit der Wunderkerze zu nah an die Glaskugel herankommst, kann es passieren, dass sich die Funken direkt in die Zauberkugel brennen. Ansonsten ist bei diesem Experiment noch eine Plexiglasscheibe wichtig, um eine schöne Spiegelung zu erreichen. Darüber hinaus sollte der Abstand zur Glaskugel und die Wahl des Objektivs stimmen.

Meine Intention war es, dass die Kugel definitiv im Fokus steht und im Bild mittig und groß zu erkennen ist. Ich habe mich für mein 100mm Makroobjektiv entschieden und konnte damit gute Ergebnisse erzielen. Außerdem solltest du mit der Länge der Belichtungszeit spielen, um herauszufinden, wann du die aus deiner Sicht schönsten Resultate erhälst. Ich habe festgestellt, dass du beim Experimentieren mit der Wunderkerze die schönsten Bilder bekommst, wenn du die Wunderkerze gerade angezündet hast. Dann kannst du noch mit dem Abstand zur Glaskugel variieren und was bzw. wie du mit dem Licht malst. Hier ist mein Lieblingsbild aus dieser Reihe:



Langzeitbelichtung mit der Glaskugel mithilfe einer Wunderkerze (ISO 100, F8, 15 Sek.Belichtung)

Langzeitbelichtung mit der Glaskugel im Outdoorbereich


Ich weiß ja nicht wie es euch so geht, aber ich fotografiere am allerliebsten in der Natur an der frischen Luft. Wenn dann noch die Sonne scheint und die Vögel zwitschern ist mein Tag perfekt :) Also bin ich an eben solch einem Tag zu meinem Lieblingsspot gefahren und wollte die Langzeitbelichtung in der Natur direkt am See mit meiner Glaskugel ausprobieren. Dabei spielt das richtige Wetter für ein perfektes Licht eine der wichtigsten Rollen. Dafür benötigst du die bereits zu Anfang erwähnten Dinge: Kamera, Glaskugel, Stativ und ND Filter. Wenn du alles hast, kann es auch schon losgehen und auch hier gilt: der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.

An meinem Lieblingsspot gibt es einen Steg und weil dort das Lichtspiel sehr schön war und man auch hier viel vom See und dem wunderschönen Wald drumherum sieht, habe ich mich für den Steg als erste Location entschieden. Hier habe ich die Kamera tatsächlich nicht auf dem Stativ gehabt, um das Foto zu schießen, sondern sie direkt auf dem Steg abgelegt und mithilfe der Schlaufe habe ich sie in Position gebracht, um einen schönen Blickwinkel auf die Glaskugel zu erhalten. Auch bei der korrekten Positionierung sowie bei der Wahl der Länge der Belichtungszeit kommt es nur darauf an, was dir gut gefällt. Außerdem schien die Sonne in einem guten Winkel auf die Zauberkugel, sodass ein kleiner Sonnenstern bei der Aufnahme entstanden ist. Hier mein Ergebnis:



Langzeitbelichtung mit der Glaskugel am Liepnitzsee ( ISO 100, F14, 15 Sek. Belichtungszeit)

Um das perfekte Foto zu bekommen, muss man mit den Einstellungen und der Positionierung der Glaskugel spielen!


Nach den Aufnahmen direkt auf dem Steg habe ich mir die Location nochmal genauer angeschaut, um mich direkt vor Ort inspirieren zu lassen, was ich noch gern ausprobieren möchte. Und als ich dort mit meiner Kugel und der Kamera umherstreifte, habe ich den für mich perfekten Ort für ein weiteres Foto entdeckt. Direkt vor mir in diesem wunderbar klaren Wasser lag ein Baumstumpf, auf den zwischen die Bäume hindurch ein Lichtstrahl fiel. Ich kann es euch gar nicht so genau beschreiben, aber es sah wunderschön aus: friedlich und ein bisschen wie aus einem Märchen. Ich probierte ein paar Einstellungen sowie verschiedene Positionen meiner Zauberkugel aus bevor ich die für mich perfekte Einstellung und Positionierung der Kugel fand. Ich musste mich weit rüber beugen, um den lensball so zu positionieren, dass er nicht plötzlich im Wasser landen würde. Für das Foto habe ich ein Stativ und einen ND Filter verwendet. Das Stativ musste ich im Wasser positionieren und mich dann schön verbiegen, um das Foto zu machen, denn eigentlich wäre es notwendig gewesen selbst im Wasser zu stehen. Dazu war es mir jedoch zu kalt. Gut, dass mich keiner dabei fotografiert hat wie ich Bilder mache, denn das sieht für Außenstehende bestimmt witzig aus und ich bin immer wieder überrascht wie man sich verbiegen kann für ein gutes Foto. Das kennt bestimmt jeder von euch :)

Nun möchte ich euch auch mein drittes Beispielfoto nicht vorenthalten:



Langzeitbelichtung mit der Glaskugel am Liepnitzsee ( ISO 100, F16, 30 Sek. Belichtungszeit)

Mein Fazit.....


Aus meiner Sicht verbinden sich mithilfe der Langzeitbelichtung in der Glaskugelfotografie zwei perfekte Elemente zu einem einzigartigen Foto. Bei mir hat das ursprüngliche Bild im Kopf mit den tatsächlich erreichten Ergebnissen überein gestimmt und es war mir möglich eine ebenso märchenhafte und friedliche Stimmung auf dem Foto durch die Langzeitbelichtung zu erzeugen. Man hat mithilfe der Langzeitbelichtung die Möglichkeit in der lensballphotographie besondere Akzente zu setzen und romantische und verträumte Stimmungen entstehen zu lassen.

Wie sieht es bei euch aus? Habt ihr schon mal eine Langzeitbelichtung mit der Glaskugel ausprobiert? Was sind eure Erfahrungen und welche Bilder sind dabei entstanden? Ich freue mich wie immer sehr über eure Kommentare.