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Buntgekugelt: Lightpainting mit der Glaskugel - Wie geht das eigentlich?

Kennst du diese phantastischen bunten Kugelbilder, bei denen man die tollsten Farben und Formen mithilfe von Leuchtstäben oder Glasfaserwedeln kreieren kann? Sie sehen aus wie aus einem Science-Fiction Film und haben die Kraft dich in fremde Welten und weit entfernte Galaxien zu entführen. Ich wollte schon lange in die Geheimnisse des Lightpaintings eintauchen und habe am letzten Wochenende spontan beschlossen den Worten Taten folgen zu lassen. In meinem aktuellen Blogbeitrag möchte ich euch an meinem ersten Versuch teilhaben lassen.


Was brauche ich eigentlich alles um mit dem Lightpainting zu starten?


Am Anfang steht selbstverständlich die Recherche z.B. mithilfe von Google oder in einschlägigen Facebookgruppen. Auch Youtube bietet hier einen Fundus an Tutorials an. Unablässig sind auf jeden Fall eine Kamera, ein Stativ und der lensball. Darüber hinaus kann man auch improvisieren, wenn man z.B. keinen Blitz hat. Stattdessen kannst du auch eine Taschenlampe nehmen oder die Helligkeit durch eine entsprechend längere Belichtungszeit regeln. Außerdem solltest du einen Glasfaserwedel oder einen Leuchtstab haben. Falls ihr Kids habt, gibt es das bestimmt in eurem Haushalt von der letzten Halloweenparty. Ich habe mir verschiedene Glasfaserwedel von meiner Tochter ausgeliehen. Sonst werdet ihr auf jeden Fall auf Amazon oder ebay beim Stichwort Glasfaserwedel ebenfalls fündig. Ich habe darüber hinaus auch eine Discokugel mit buntem Licht ausprobiert.

Außerdem solltet ihr euch unbedingt eine Plexiglasscheibe besorgen, denn dadurch erhält man eine ganz tolle Spiegelung. Diese findet ihr in verschiedenen Größen in jedem Baumarkt. Interessant fand ich auch Bilder, die mit einem Lochblech entstanden sind, daher habe ich mir auch dieses im Baumarkt gekauft.





Wie kann ich mein Set aufbauen und was muss ich dabei beachten?


Ich habe mich beim Aufbau des Sets an einer Anleitung aus einem Youtube Video orientiert. Dieses besagte, dass man eine durchsichtige Plastikkiste (z.B. von Ikea) als Grundlage benutzen sollte. Unten in der Kiste könnte z.B. das Blitzgerät positioniert werden oder eine andere Lichtquelle, die du ausprobieren möchtest. Um z.B. unterschiedliche Farben im Bild zu erzeugen, kannst du entweder Farbfolien für dein Blitzlicht verwenden oder alternativ geht auch buntes Transparentpapier. Da ich leider nichts davon hatte, habe ich es mit einer bunten Discokugel versucht. Auf die Kiste habe ich meine Plexiglasscheibe gelegt und direkt hinter die Kiste das Lochblech (dieses war angelehnt an die Kiste). Auf die Plexiglasscheibe kommt dann die Kugel - hier musst du unbedingt auf folgendes achten: an die Stelle, wo du die Kugel platzieren möchtest, solltest du entweder eine Unterlegscheibe platzieren oder ein bisschen Salz streuen, denn sonst rollt die Kugel runter. Ganz wichtig ist, dass der Raum so dunkel wie nur möglich ist, um optimale Bilder zu erhalten. Zumindest mit Jalousien solltest du den Raum abdunkeln oder deine Lightpaintingversuche von Anfang an in die frühen Abendstunden planen. Und schon kannst du mit deiner ersten Session starten.....

Selbstverständlich gibt es noch tausend andere Möglichkeiten wie du ein Set aufbauen kannst. Während meines ersten Versuches habe ich auch ein paar Fotos ohne die Discokugel und die Kiste probiert. Da sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt. Hier ein Handyfoto vom ursprünglichen Aufbau:





Ich will jetzt loslegen - was muss ich tun?

Ich habe zwei Objektive zum ausprobieren verwendet: zum einen meine 35mm Festbrennweite Canon Macro EFS 1:2.8 und meine 100mm Festbrennweite Canon Macro EF 1:2.8L. Als nächstes solltest du deine Kamera mit dem Stativ richtig positionieren und die Glaskugel manuell fokussieren. Solltest du damit im dunkeln Schwierigkeiten haben, hilft es, wenn du entweder eine Taschenlampe auf den gewünschten Fokuspunkt richtest oder für kurze Zeit das Licht im Raum anschaltest. Ich habe im M-Modus gearbeitet, um alles selbst einstellen zu können, aber bestimmt geht es auch über das Programm TV (Zeitvorwahl) bei dem du die Möglichkeit hast den ISO Wert und die Belichtungszeit selbst zu bestimmen, aber beispielsweise die Blende automatisch durch die Kamera gewählt wird. Die Belichtungszeit habe ich bei meinen unten gezeigten Bildern zwischen 15 und 30 Sekunden gewählt. Selbstverständlich sollte dein Bildstabilisator ausgeschaltet werden und wenn du keinen Fernauslöser hast, dann verwende den Selbstauslöser, um möglichst wenig Erschütterungen zu haben.

Wenn du das geschafft hast, kannst du den gewünschten Glasfaserwedel anschalten und den Auslöser der Kamera betätigen. Nun solltest du den Wedler entweder um die Kugel herum bewegen oder hinter der Kugel oder eventuell auch eine geometrische Form damit "malen" je nachdem was dir gefällt und dir gerade in den Sinn kommt. Wichtig ist, dass der Wedler immer in Bewegung bleibt, sodass dein Arm und der Wedler nicht scharf zu sehen sind, sondern nur die wunderschönen Farben und Formen in der Glaskugel und drumherum.

Ich habe euch hier ein paar meiner ersten Ergebnisse in die Galerie gepackt und hoffe, dass sie euch gefallen und inspirieren. Das Lightpainting bietet eine unendliche Vielfalt an Möglichkeiten und genau das macht es aus meiner Sicht so faszinierend. Jedes Bild sieht einzigartig aus. Für mich ist das definitiv erst der Anfang - schon jetzt ist klar, dass es absolut süchtig macht. Habt ihr auch schon mal Lightpainting ausprobiert? Dann freue ich mich über eure Erfahrungsberichte in den Kommentaren.




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