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4 wichtige Tipps für dein perfektes Blütenfoto mit einzigartiger Lichtstimmung

Aktualisiert: Apr 19

Draußen lacht dich die Sonne vom Himmel an, die Vögel zwitschern und überall siehst du die Natur erwachen. Mein erster Impuls ist dabei: die Kamera schnappen und raus in die Natur. Gerade jetzt im Frühling kannst du an jeder Ecke schöne Motive entdecken. Aber in diesem Jahr möchte ich nicht einfach "nur" ein Foto von Kirschblüten oder anderen Frühblühern machen. Es reicht mir nicht aus, dass das Foto scharf und die Blüten gut erkennbar sind. Geht dir das vielleicht auch so? Es soll ein besonderes Foto mit einer einzigartigen Lichtstimmung sein. In diesem Beitrag möchte ich dir 4 Tipps zur Umsetzung eines einmaligen Blütenfotos mit einer besonderen Lichtstimmung geben.


1. Tipp: Achte auf die Auswahl der Tageszeit!


Canon 77d, 100mm, ISO 100, F16, 1/5 Sek.

Um ein Foto mit einer unverwechselbaren Lichtstimmung zu erhalten, ist das Timing alles. Du musst dir dazu genau überlegen wie dein Foto aussehen soll und zu welcher Tageszeit du das beste Licht erhalten wirst. Ideal sind der Sonnenauf- oder der Sonnenuntergang, denn nur zu dieser Zeit erhälst du ein weiches Licht und eine unverwechselbare Lichtstimmung. Ich habe mich für den Sonnenuntergang entschieden und bin ca 1 Stunde vorher mit meiner Kamera unterwegs gewesen.


Tipp zur Wahl der Belichtungszeit: Damit dein Foto nicht zu hell oder zu dunkel wird, ist es am besten mit dem Live-View der Kamera die gewählte Belichtungszeit zu überprüfen. Beim Sonnenaufgang wird es immer heller und beim Sonnenuntergang immer dunkler. Daher musst du die Belichtungszeit, immer abhängig von den vorherrschenden Lichtverhältnissen, entweder reduzieren bei Sonnenaufgang oder verlängern beim Sonnenuntergang.



2. Tipp: Fotografiere im RAW-Format



Canon 77d, 100mm, ISO 100, F4, 1/250 Sek.

Gerade Anfänger in der Fotografie, aber auch manche fortgeschrittene Hobbyfotografen fotografieren ausschließlich im Jpg-Format. Selbstverständlich kannst du auch ein Foto in diesem Dateiformat mit einem Bildbearbeitungsprogramm bearbeiten, aber das hat seine Grenzen.

Das RAW-Format kann viel mehr Bildinformationen speichern und daher kannst du hier ähnlich wie früher in der Dunkelkammer deine Fotos regelrecht entwickeln. Das bedeutet, dass du sehr viele Dinge wie beispielsweise die Belichtung, die Tiefen oder die Intensität der einzelnen Farben separat voneinander verändern kannst. Mit einem guten Bildbearbeitungsprogramm macht das sehr viel Spaß. Ich persönlich arbeite am liebsten mit dem Klassiker Photoshop beziehungsweise nutze ich zur RAW-Bildbearbeitung Camera-RAW.



3. Tipp: Auf die Perspektive kommt es an!



Canon 77d, 100mm, ISO 100, F4, 1/250 Sek.

Um ein spannendes Foto zu kreieren, ist es in jedem Fall wichtig nicht einfach im stehen "drauflos zu knipsen" und dann ein wunderschönes Foto zu erwarten. Wie so oft im Leben ist es wichtig ab und zu die Perspektive zu ändern und beispielsweise aus der Hocke heraus, auf dem Boden liegend, von oben herab oder von unten nach oben zu fotografieren. Hier ist alles möglich, was dir persönlich gefällt. Solltest du einen ausklappbaren Display an der Kamera haben, vereinfacht das die Einnahme von verschiedenen Perspektiven sehr.


4. Tipp: Dein Hauptmotiv in den Fokus rücken!



Canon 77d, 100mm, ISO 100, F4, 1/160 Sek.

Du musst dir in jedem Fall überlegen, was du im Fokus haben möchtest. Soll die Blüte an sich im Fokus stehen oder willst du versuchen die durchblitzende Sonne mit Sonnensternen einzufangen. Oder geht es dir um die Szene an sich? Hier sind deiner Phantasie keine Grenzen gesetzt. Wichtig ist in jedem Fall, dass dein Hauptmotiv scharf ist, denn auch mit einem Bildbearbeitungsprogramm lässt sich das im Nachhinein nicht mehr korrigieren. Darüber hinaus solltest du auch den Bildaufbau im Blick haben. Versuche den Blick des Betrachters mithilfe von Linien wie beispielsweise den Ästen zu lenken. Als Stilmittel steht dir außerdem die sogenannten Tiefenschärfe zur Verfügung. Das bedeutet, dass der Bildbereich, der scharf abgebildet wird, von der gewählten Blendenzahl abhängt.


Das Stilmittel Tiefenschärfe - eine kurze Erläuterung


Fotografierst du mit offener Blende (kleine Blendenzahl) hast du nur einen kleinen Schärfenbereich. Damit hast du die Möglichkeit einen ganz bestimmten Aspekt im Bild hervorzuheben. Fotografierst du jedoch mit geschlossener Blende (große Blendenzahl) ist der Schärfenbereich viel größer. Damit hast du die Möglichkeit eine Szene komplett einzufangen. Dabei hebt sich nicht ein einzelnes Detail ab, sondern alle Details sind scharf.



Last but not least: eine kurze Zusammenfassung



Canon 77d, 35mm, ISO 100, F4, 1/250 Sek.

Wichtig ist, dass du das Fotografieren gerade in Bezug auf die richtige Lichtstimmung planst. Die Tageszeit ist entscheidend und beeinflusst die Wirkung deines Fotos: Sonnenauf- oder untergang lässt es romantisch wirken, regnerisches Wetter lässt es melancholisch wirken oder fotografierst du mittags bei blauen Himmel, dann versprüht es geradezu gute Laune. Überlege dir genau was du in Szene setzen möchtest und fokussiere dann dein Hauptmotiv. Dabei kannst du mithilfe der Schärfentiefe eine komplette Szene oder auch ein bestimmtes Detail in den Vordergrund rücken. Außerdem helfen dir Linien wie beispielsweise Äste dabei den Blick des Betrachters auf dein Hauptmotiv zu lenken und dem Bild Dreimdimensionalität zu verleihen.


Ich wünsche dir nun viel Spaß beim Fotografieren und würde mich freuen, wenn du deine Werke mit mir teilst. Entweder hier im Kommentarfeld oder gerne auch über einen meiner Social Media Kanäle.